Donnerstag, 11. März 2010

04.03.2010 - welcome paradise

Tja viel schlafen konnten wir mal wieder nicht - die Nacht war für alle um halb drei zu ende. Wir packten unsere letzten sieben Sachen zusammen und warteten vor der CU auf unser bestelltes Taxi. Statt einem Taxi kam ein kleiner Bus, mit dem Fahrer mussten wir erstmal den Preis verhandeln - allerdings ging es dann nach ca. 30 Minuten doch los zum Airport. Am Airport angekommen wollte der Abzocker doch tatsächlich noch mal 100 Geld mehr von uns - ABER NICHT MIT UNS!!!! Ach ja, auf der Fahrt zum Flughafen mussten wir natürlich erstmal 500 Geld vorstreckten, damit der Bus betankt werden konnte. Trotz aller Verhandlungen konnten wir rechtzeitig einchecken. Bei der Kontrolle allerdings vergas der eine oder andere wohl sein Bodyspray aus dem Rucksack zu entfernen, was den Augen des Sicherheitspersonals natürlich nicht entgehen konnte. Das Bodyspray entpuppte sich als Pfefferspray und „That‘s not allowed“. ;-) Ne Robert... Aber auch das konnte uns nicht aufhalten und so stiegen wir in die kleine Propeller-Maschine ein. Da King Fischer schon die 13 Tage in Bangalore so treu unseren Durst gelöscht hatte - konnten wir nun auch nach Goa auf ihn vertrauen. Nach knapp 1 Stunde Flug sind wir am wirklich kleinen Flughafen Goa angekommen. Beim Einladen unseres Gepäcks im Wagon R Cab war unser Fahrer allerdings etwas überfordert - kein Wunder, 4 Europäer mit Gepäck in ein Auto, das vll. für zwei Japaner ausgelegt ist. Aber auch das konnte uns nicht von unserem Ziel Club Mahindra abbringen. Auf der Fahrt zum Hotel konnten wir uns die Landschaft von Goa anschauen - really nice. Im Club angekommen durchliefen wir das übliche Verfahren beim Check In.

Um unsere Wasser- und Essenvorräte etwas aufzustocken, sind wir erstmal mit einem Taxi zum nahegelegen „Supermarkt“ gedüst. Der nette Fahrer wunderte sich nur etwas, was 4 Typen im Süden von Goa machen, da doch der Norden eher was für uns zum Party machen sein würde. Tja gut jetzt sind wir schlauer... kann ja auch niemand wissen. Aber das Hotel ist dafür schön ruhig und wir können endlich mal nach den 13 Tagen Stress in Bangalore entspannen. Womit wir auch gleich anfingen - erst ein bisschen dösen aufm Zimmer und dann ging es ab zum Strand. Der indische Ozean und Monica, die es besonders Robert angetan hat(nur zur kleinen Hintergrundinformationen für zurück gelassene Freundinnen - nein da lief nichts, das war nur ne Frau mit viel Schrott, den sie Robert andrehen wollte. Keine Sorge, wir passen gut auf den Schwaben auf.), empfingen uns mit offenen Armen. Nun aber mit Vollgas ins Meer. So weit das Auge reicht nur Strand, Meer und Palmen. Kaum Menschen dafür aber ein paar vereinzelte Hunde - Hund des Tages „Sani“ (Bilder folgen). Natürlich konnten wir uns es nicht nehmen vom Strand und dem Sonnenuntergang viele Fotos zu machen um Alle neidisch zu machen, die gerade im kalten Deutschland sitzen. (Bilder folgen...)

Unser Abendessen nahmen wir im Hotelrestaurant nahe dem Strand ein. Wirklich ein kleines Paradies. Man hört sich im Wind bewegende Palmen, das leise Meeresrauschen und fühlt die sanfte Prise, die einen umgibt. Auf dem Weg zu unseren Zimmern trafen wir dann doch noch auf ein junges deutsches Ehepaar aus Hamburg. Mit diesem unterhielten wir uns kurz über Goa, speziell den Norden - von daher kamen sie nämlich gerade. Sie fand es dort wohl etwas aufregender als hier im ruhigen Süden... Wir werden sehen.

03.03.2010 - Last Day at CU

Heute begann der Tag auf unglaubliche Weise, der erste Termin startete erst um 10 Uhr , what a great experience :-) Auf gehts zum letzten Präsentationsmarathon, die MBA‘s haben uns feierlich mit einem indischen Ritual (Roter Punkt auf der Stirn) empfangen und uns in die indische Kunst des Körperschmucks (Henna-Tattoo) eingewiesen. Anschließend sind wir geschlossen in den wunderschön angelegten Birds-Park des Campus gegangen, wo wir dann unsere etwas minderwertige Töpferkunst unter Beweis stellen konnten. Desweiteren bekamen wir , zumindest diejenigen, die sich getraut haben, eine schönes Henna-Tattoo auf den Oberarm. Die Feierlichkeiten wurden mit einem erfrischenden Drink aus einer Kokussnuss abgeschlossen. Um 13 Uhr gab es dann den letzten Lunch auf der CU und dann schnell aufs Zimmer die Taschen packen und noch etwas schlafen. Am Nachmittag fand dann noch im außergewöhnlich großen Audimax der CU eine offizielle Abschiedsfeier statt und wir konnten traditionelle und moderne Indische Tänze genießen. Darunter befand sich auch ein indischer Beat-Boxer, der wirklich tolle Entertainer-Qualitäten besaß. Insgesamt ein wirklich sehr unterhaltsamer und interessanter Shownachmittag. Frau Soniti Phadke, Verantwortliche des Foreign Department, bedankte sich herzlich für den Besuch und verabschiedete die FHWS mit Danksagung und der Zusicherung weitere interkulturelle Projekte zu organisieren. Da wir heute endlich mal Zeit hatten, die viel erwähnte Commercial Street zu besuchen, haben wir uns die nächstbeste Rikscha geschnappt und los ging es zum Shopping. In der Commercial Street sind unzählige Kleinhändler vertreten die dir einfach alles zum wirklich besten Freundespreis verticken wollen. Nach einigen Besuchen in kleinen Läden, um für die daheimgebliebenen kleine Präsente wie einen Seidenschal zu ergattern, haben wir endlich mal was passendes gefunden. Zurück an der CU haben wir dann erfahren, dass wir so richtig über den Tisch gezogen wurden, aber was solls, hat jemand was anderes erwartet ?? Am Abend haben wir uns dann noch zu einem gemütlichen Abend mit Schischa und chinesischem Essen mit einigen MBA‘s getroffen. Zum Abschied fand sich glücklicherweise doch noch jemand, um unsere Gruppenfoto vor der Christ zu schießen. Das letzte Mal die Aussicht auf dem Dach der CU über Bangalore genießen, Blog schreiben und wenigstens 1 Stunde schlafen, bevor das Taxi uns um 3 Uhr morgens zum Flughafen Bangalore abholt und unser Trip nach GOA beginnt.


Abschließend für die Zeit an der CU möchten wir ausdrücklich nochmals erwähnen, dass wir die Zeit hier sehr genossen haben. Wir haben viele neue Freunde gewonnen mit denen wir sehr viel Spass hatten und auch weiterhin in Kontakt bleiben werden.

Auch wenn wir an manchen Tagen die Planung etwas anders gestaltet hätten und vieles einfach nicht so funktioniert hat, wie sich das manche vorgestellt haben, so darf dieser Blog auch gerne als kleiner Ratgeber (und Satire, stellenweisen) für weitere FHWS-Besuche in Indien verstanden werden. Vielleicht wäre es manchmal einfach besser gewesen, man hätte mehr Zeit mit den indischen Studenten verbringen können als ein Touri-Tempel nach dem Anderen zu besuchen. Wir möchten uns auch bei der FH bedanken die dieses Programm erst ermöglicht hat!!!

Man sammelt tatsächlich viel Erfahrung und erhält, mehr oder weniger, gute Einsichten in einige Firmen. Hat man zudem auch noch etwas Freizeit, lässt sich diese tatsächlich sehr gut im Sinne des „intercultural communication“ gestalten.

Und nun voller Vorfreude auf GOA gehe ich jetzt noch etwas schlafen, good night.

02.03.2010 - Präsentationen - Wer will nochmal, wer hat noch nicht

Der Dienstag stand komplett unter dem Motto Präsentationen. Als erstes wurden wir von drei Professoren über die Themen „IT in India“, „Marketing“ und „HR“ belehrt. Nach 3,5 Stunden Vorträgen wurden zu Tisch gebeten, sponsert und hosted bei CU. Nach dem Mittagessen hatten wir außergewöhnliche 2 Stunden Freetime - die wir mit Bettruhe verbrachten. Anschließend hatten wir ein Meeting mit den MBA‘s die im Juni nach Deutschland kommen werden - wir wurden natürlich wieder glorreich von einem Studenten vertreten, der über unsere Erfahrungen in Indien berichtete. Im Anschluss ging es mit den Junior MBA‘s in die Kantine um mit ihnen über Deutschland zu sprechen. Dabei kam es in manchen Gruppen zu seltsamen Fragen - wie z.b. ob Holland weit von Deutschland entfernt wäre, weil es ja so eine schöööööööööne Landschaft bieten würde. ;-) yeah yeah we know... such a great landscape there.

Ansonsten wurden den indischen Austauschstudenten die gleichen dämlichen Vorurteile über Deutschland erzählt, wie wir sie über Indien erfahren haben. Nur eben anders rum. Whatever. Am besten nicht so viel auf Vorurteile geben und einfach mal sich selbst ein Bild machen.

Grandioserweise kamen wir auf die Idee unser Dinner im Pizza Hut einzunehmen - allerdings war uns nicht bewusst dass die amerikanische Fastfood Kette hier eher etwas langsamer zu Gange ist. Möglicherweise lag es an den „unterbesetzen“ Restaurant. An der Prozesskette in diesem Lokal sollte wirklich mal etwas getan werden.

Nach dem wir etwa 2 Stunden in der Mall verbrachten - konnten wir uns endlich auf den Weg zum „Legend of Rocks“ machen. Hier wurden wir sowohl von den Junior MBA‘s als auch den Seniors erwartet und von allen freundlich empfangen. Nach dem wir Platz eingenommen haben, ging es los Canons of Beer. (Foster 3 L) War mal wieder ein super angenehmer Abend, voller guter Unterhaltungen und einer Menge Spaß bzw Bier. Es wurden bereits Pläne für die Zeit der Junior MBA‘s in Deutschland geschmiedet - Airport, Stuttgart und Hamburg z.b. We are looking forward...

Um 11.30 wurden wir mal wieder aus der Lokalität gebeten. Seltsamerweise geht das Licht in Indien aus um Leute aus dem Club zu bringen - nicht an. Super Abend... Thx. Good night and good luck.


Mittwoch, 3. März 2010

01.03.2010 - Infineon & Bosch

Superfrüh aufstehen, yipieeeeeee.

Wetten werden abgeschlossen, ob A. auch hier einschlafen wird, bzw. ob er überhaupt pünktlich sein wird.

Resultat: Gewonnen. Denn geht es um „Ihn“, schafft man es sogar nicht während einer Präsentation einzuschlafen. Richtig guter „Free Talk“ mit dem Chef von Infineon-India, ansonsten auch recht trocken.

Die Lunte wurde aber bereits im Coffee-Day unterhalb Infineons angezündet.

A.B. fährt nun alles auf. Erstmal schön den Platz eines Studenten, der sich gerade etwas zu trinken holt, weg geschnappt. Spricht man ihn darauf an, schmettert man es mit einem hämischen Achselzucken ab. Heute ist SEIN großer Tag. Er organisierte eine Präsentation bei Infineon.

Aber auch hier muss man sich an die von ihm vorgestellte Sitzplatzordnung halten. Robert, der sich in seinem jugendlichen Übermut einen Platz mit Sicht auf die Präsentationsfläche ergattern wollte wurde direkt von A. abgeblockt. Rechtfertigung A.`s „Zu meiner linken sitzt (Herr D.) und am Ende des Tisches bitte (der Medi)“. War zwar schonmal da, aber kann ja nicht schaden, die bezahlenden Studenten nach hinten zu verfrachten. Hauptsache man selbst hält seinen Kopf im Blickfeld der Gastgeber. Während „?“ wieder mit der Müdigkeit kämpft schlägt sich Herr B. wacker. Die Gläser für das Wasser riechen etwas muffig und beim Anatmen zeigen sich Ähnlichkeiten von Bakterienkolonien an diesen. „Macht ja nix“. Auch dieser Präsentationsstaffel geht vorbei. „?“ bzw. Körperklaus, ist erfolgreich nicht vom Stuhl gefallen und A. hat es leider nicht geschafft die Hand des Geschäftsführers zu berühren. Nichtsdestotrotz kann man jetzt mit stolzgeschwellter Brust das Gelände verlassen und sich auf Bosch vorbereiten.

Es herrscht Wassermangel. Wir sind zwar nicht mehr in den Slums, aber Trinken ist von der CU nicht eingeplant. Daher trauen sich auch die Verantwortlichen auf deutscher Seite natürlich nicht nach Wasser zu fragen. „Macht ja nix“. Bei Bosch angekommen, lässt man uns erstmal mit ausgetrockneten Rachen vor dem Gelände warten. Es folgt eine Führung durch eine, nach deutscher Norm, aufgebauten Firma. Aber eben mit indischen Arbeitern. Superinteressant. Die Studenten beginnen zu fantasieren und mit gespaltener Zunge zu reden. Der Guide spricht so laut, das ihn seine eigenen Milben nicht hören können. Das Bohrwasser der Maschinen wirkt mit voranschreitender Zeit mehr und mehr anziehen auf uns. Wie das wohl schmeckt?

Schließlich führt man uns in die Kantine. Nichts vorbereitet und weit und breit keine Arbeiter. Bosch`s Ghost-Company.... Nach weiteren 10-20Minuten werden uns doch die Metalbehälter der Kantine zum Trinken angeboten. Lecker, sogar noch Reste der Vormänner vorhanden. Hier teilt man Alles. Sogar der Medi greift zu...Moment, war da nicht was von wegen ewiger Vorsicht wegen Lebensmittelvergiftung?! Aber hier wirds uns ja von einem ehemaligem Angestellten der Firma Bosch in Bangalore angeboten, also wird das schon klar gehen. Schlaubi Schlumpf dreht sich die Welt zurecht.

The last straw that broke the camel`s back - Saudummes Angebot!!! Wir erkundigen uns bei Herrn B. ob man nicht einfach privat mit einer Riksha zur Mall fahren, sich dort etwas zu trinken holen und später bei der CU treffen könne. Er ist von der Idee begeistert und sammelt dafür etwas Bonuspunkte. Trotzdem noch dick im Minus, sorry.

Konnten uns also doch von Bosch lösen, beinahe komplett in der Mall auflaufen um Getränke zu kaufen und wieder zu CU zurückkehren. Es erwartet uns gegen 17Uhr ein Dinner im Birds Park der CU mit den MBAs. Freuen uns darauf Meetha, Deepu und Ranga zu treffen und evtl. den Abend zu planen.

Wir, Riggi, Robert, Maurice, Christian, Andi und Tom, trafen uns also gegen 20:30Uhr mit Meetha, Gabriel und Sandhib vor dem Gate der CU und fuhren, teils mit ihren Motorrädern, teils mit Rikshas zum Enigma. Super Party da. Indische Monatsmiete aufm Kopf gehauen. 13 Pitcher King Fischer, Tequila, Tanz und jede Menge guter Gespräche. Intercultural Communication auf unsere Art :D.

Danach ging es in Meetha`s, Sandhib`s etc. Apartment weiter. Schwabenmagen hält nicht was er verspricht :D :D :D

Spät in der Nacht bringen uns Sandhib und Gabriel schließlich zurück zur CU, per two Wheelers.

Thanks for the night, finally were having some fun outside our group. See you tomorrow.


28.02.2010 - Mysore II

Happy Birthday Mama :D

Stehen auf und bewegen uns geschlossen zum Frühstück. In Reih und Glied passieren wir Mr B. und stellen fest, dass auf ein höfliches „Guten Morgen“ nur ein abfälliges Kopschütteln folgt... Ohne Worte.

Endlich Free-Time, also nochmal Ausruhen und Blog schreiben.

Treffen, um zur 0815-Kirche zu fahren, um 11:30Uhr. Wer kommt um 12Uhr, natürlich Arndt B.. Oder sollte ich A.B. sagen?

Wenigstens war es nur eine halbe Stunde und er hat sein Foto im Zoo gemacht. Gratulation. Dafür wartet die Gruppe doch gerne. Nachdem wir uns dieses Werk angeschaut hatten, brachte man uns noch zu einem super Shop, um Silk and more zu erwerben. Auch hier lässt sich Arndt nicht lumpen und bleibt vor Ort, um sich mit Steinchen und mehr einzudecken. Wir erwarten schlimmes.

Nehmen später noch unser Lunch im Pub zu uns. Arndt ist noch nicht zurück und wir haben bereits alle ausgecheckt. Jetzt heißt es warten. Pool konnte auch nicht genutzt werden. Dafür kann man die Zeit richtig gut mit Warten verbringen. Vielleicht sollen sich Studenten in Geduld üben. Aber solange seine Hoheit funkelnde Materie in heimischen Gefilden präsentieren kann, hat das bestimmt alles einen Sinn (viel gelernt in den Slums, wa?!)

Freudestrahlend und gewissenlos schländert er nun doch durch die Hoteltore und begibt sich zum Lunch!!!! Oberfrechheit, aber man wartet doch auf jeden.(Wieder eine von Kais Aussagen die man einfach mal ins Gegenteilige kehren sollte und richtig liegt)

Ab in den Bus, Bus-Sightseeing durch Mysore und zurück gen Bangalore. Heißt Schlafen. Erneuter Stop am Coffee-Day. Unseren Mägen gehts übrigens schon besser. Langsam weniger hektisch. Also schön Kaffee nachgefüllt. Oli nimmt das Zepter in die Hand, ist jetzt vollkommen hemmungslos und knallt sich einen der fettesten Schokokuchen in die Figur.

Zurück in Bangalore, kehren wir im BBQ-Nations ein. Super Bedienungen östlicher Herkunft, giggity. Oli hätte den Kuchen doch nicht mit in den Bus mitnehmen sollen. Macht sich doch auf seinem Shirt bemerkbar und so betritt er den Laden im Napoleon-Style.

War recht lecker und man konnte sich angenehm mit den Tischnachbarn unterhalten. So wohl auch am Dozententisch, an den sich auch Studenten begeben durften. Schlägt man hier das falsche Thema an, gefährdet man ganz schnell den eigenen Abend. Redet man gerade über Forrest Gump und dessen Mutter, die durch spezielle Dienste dessen Klassenziel ermöglichte, wird einem hier von Herrn B. locker erklärt, dass einem dieses ermöglicht wurden!!!

Soviel zum Niveau der Dozenten/FH. Der Fisch stinkt vom Kopf an Herr Fischer. Auch mal an die eigene Nase fassen bevor man twittert.

Aber wie uns A. erklärt, wurde früher ganz anders mit Dozenten umgegangen. Und was man nicht alles von Studenten zu korrigieren hat als Dozent. Ja auch als Dozent muss man mal arbeiten Herr B.. Wo vorher eine solche Aussage noch schön hinausposaunt wurde, hat man anscheinend später doch noch eine flüsternde Entschuldigung hinausbekommen. Der Drops is gelutscht!!!

Die Assi-Schicht hat also nun schon Dozenten-Status erreicht. Bravo Deutschland. Also zurück zur Christ, noch ein Bierchen trinken und „Good night Bangalore“.


27.02.2010 - Mysore I


Da wir uns Mysore nicht entgehen lassen wollen, wagen wir den Versuch und stehen auf, um das allgemeine Befinden aus-zu-checken....YEAH. Sogar Maurice steht auf den Beinen. Wunderheilung, auch ohne Elektrolyte. Wir haben alles richtig gemacht :P

Für Duschen reicht zwar die Zeit nicht mehr, aber wir wagen es uns in den Speedbumper-verliebten Bus zu setzen.

Wahrscheinlich hilft Schlafen gegen die andauernde Peristaltik. So wachen wir alle beim ersten Stop am Coffee-Day-Shop auf. Erste lustige Ansicht, der Kerl, der direkt an der Bundesstraße steht und alle 2 Sekunden Autos anpfeift. Wahrscheinlich soll er die Leute auf den Shop aufmerksam machen...ABMs sind bis in den letzten Winkel gepresst worden, wie wir schon feststellten.

Wir setzen alles auf Rot und bestellen wie folgt:

Robert: Tropical Iceberg (Viel Spaß mit der Milch)....wurde allerdings mit den Bedürftigen geteilt

Riggi: zurückhaltendes Toast mit Zuckermarmelade und einen Cappuccino

Christian: Chicken-Masala-Sandwich + großen Milchkaffee (nachdem wir ja so eingehend vor der Milch gewarnt wurden, sicher eine gute Entscheidung)

Achtung:

Maurice: er steigt voll ein und gibt sich ein Chicken-Masala Sandwich

Die Geschwindigkeit ist neben den Zuständen der Espresso-Kaffee-Vollmaschine extrem begeisternd. Egal schlimmer kanns net kommen. Auf unsere angenehme Wartezeit, in dem Zustand noch viel besser, fällt uns ein niemals lächelnder minderjähriger Angestellter auf, der nur nutzlos in der Gegend rumschleicht und Fragen mit einem stumpfen, zombieartigen Blick erwidert. Aus unserer Sicht zum reinhauen :P.

Also wieder ab in den Bus. Es geht weiter. Bevor wir aber Mysore, somit auch unser Hotel, erreichen sollten, besichtigten wir die wohl unspektakulärste Gartenresidenz von Hyder Ali oder so...“Tiger of Mysore“, sowie „Srirangapatna“. Zweiteres per Bus, glücklicherweise. Wäre sicherlich ganz gut, aber innerhalb der uralten Stadt wurden wild Stände aufgebaut, die Stadtmauern mit hässlichen Tour-Postern o.ä. vollgeklebt und die Stadt an sich sonst völlig zugewuchert. Man erkennt nicht wirklich viel.

Wir erreichen endlich unser Hotel. Empfangen von einem traditionell gekleidetem Türöffner, der uns andauernd salutiert, betreten wir das ungewohnt noble Hotelambiente. Zimmerverteilung und hop hinauf in die Rooms. Klimaanlage, Flat-TV, super Betten, Badewanne, Telefon neben dem Klo (für jede Sitzung erreichbar :P) und Rauchen auf dem Zimmer erlaubt.

Wieder unten, gelangen wir, durch ein Riesiges Fass, zum Mittagsbuffet im Pub unter dem Hotel. Auch hier sehr nobel. Buffet by CU, beaverages on your own (Pepsi = 90 Rupien, also eher teuer).

Es gibt sogar einen Pool im Hotel, aber Obacht, erstmal Itinery durcharbeiten. Auf gehts zum Mysore Temple, der über und über mit Glühbirnen bestückt ist. Und die wundern sich über Spannungsspitzen... Sonst, unserer Ansicht nach, nichts besonderes. Nicht besonders alt, nicht besonders geschmackvoll --> für Touris gebaut.

Danach gehts ab zum Hill Temple (Chamundi?). Da oben hatten wir, hauptsächlich wegen dem Überangebot an Tieren, wie Kühen, Affen und Hunden eine Menge Spaß.

Danach gehts nochmal zurück zum Hotel, um darauf wieder zum beleuchtetem Mysore-Palace zu fahren.

Nachdem wir immernoch Probleme mit unserer Verdauung hatten, trennten wir uns leider von der Gruppe und gingen zum Hotel zurück. Wir haben nur „Dinner“ gehört und uns zum Gehen entschieden.Haben dadurch einen der schönsten Orte Mysore`s, Brindavan Garden oder so, verpasst, wie uns Karan später sagte.

Jedenfalls erholten wir uns etwas und genossen mal etwas Ruhe auf dem Bett im Hotelzimmer bei HBO und Zigaretten.

Was folgt, ist Schlafen...


26.02.2010 - Präsentations- & Magen-Darmtag

GUTEN...Moment.......

Aufstehen, Wasser, kotzen (entschuldigung), Durchfall. Halleluja

Raum 105 steht vor den eigenen Toiletten Schlange. Dabei wären heute Präsentationen zu halten. Für Riggi und besonders Maurice sieht es besonders düster aus. Maurice` Nacken sieht zwar wieder besser aus, er dafür umso schlechter. Fieber, Schüttelfrost und, wie für uns alle, das volle Magen-Darm-Programm.

Robert und Christian kneifen die Backen zusammen und bewegen sich zur Einführungsveranstaltung. Schließlich erwartet uns hier ja auch die innerhalb eines Tages, hektisch vorbereitete Präsentation des IGP-Organisators (so zumindest die Betitelung auf indischer Seite während der Einführung).

Im Bauch rumort und blubbert es. Man macht uns immer wieder auf unsere adelige Blässe aufmerksam. Wann fängt er endlich an? Und wie schnell hört er auf? Da, endlich darf er durchstarten. Eine Symphonie der Selbstbeweihräucherung setzt ein. Große Taten voller Verantwortung wurden vollbracht. Schließlich doch noch etwas in diesem Zusammenhang mit über Intercultural „Teamworking“. Hier und da etwas holprig rübergebracht, man hofft die Inder verstehen es nicht falsch. Mir wird schlecht. Habe aber bis zum Ende durchgehalten. Kai checkts aus, dass Robert und Christian ihre erste Präsentation vorziehen können. Über das Projekt...

Tinto hat keine Mühen gescheut und 6 Folien geradezu zugebombt. Immerhin etwas. Während einer der Präsentationen andere Projektgruppen erklärt mir Projektpartner 2, Kitti, dass er überhaupt kein Plan davon hat....Wi----rklich toll, danke. Erste Präsentation ging schnell rum als gedacht. Bei drei Folien mit insgesamt 6 Stichpunkten kann man dann doch nicht so viel ausschmücken. Robert und Christian verlassen den Saal um diesen nicht in ein Quarantäne-Zentrum zu verwandeln. Also auf schnellstem Weg nochmal Wasser gegen die Dehydration geholt und ab zu Maurice und Riggi.

Maurice gehts beschissen. Keine Besserung in Sicht. Alle legen sich wieder hin und Robert und Christian denken über einen Ausstieg aus dem Präsentations-Klim-Bim nach. Immerhin, gutes Wetter :P

Ganz nach Dendemeier`s „Kopf hoch mein Sohn, wenn der Hals auch dreckig ist“ weckt uns der Sani „Präsentationen gehen so in 5 Minuten los“ und ob wir noch etwas bräuchten. Seine Elektrolyte fordern mehr zur Aufgabe des Schluckreflexes auf, als dass sie dem Körper etwas zukommen lassen. Also weg mit dem Zeug.

Mit einer fiesen Verspätung von 2 Minuten erreichen 2 Wracks, mit Sani im Schlepptau, den Präsentationsraum um sich dem Arndtschen „Person-Uhr“-Blick-Kopfschüttler zu stellen. Wenn sich jemand verspäten darf, dann nämlich er, wie er uns später noch einmal deutlich machen wird.

Es sind die zweiten Präsentationen. Also Teambuilding. Wirklich lustige Sachen dabei. Ein Glück hat Kai alles aufgezeichnet. Robert und Christian, bright knights in shining armors, helfen Karan und Rahul aus und übernehmen Maurice und Riggi`s Rollen.

Dann aber nichts wie ab zur Toilette. Es folgen die dritten und letzten Präsentationen. A.Balzer erscheint ca. grandiose 10 Minuten zu spät (persönliche Einschätzung), erhält dafür aber immernoch keinen Applaus. Die Ignoranz gegenüber seines Talents scheint nicht nur auf deutscher Seite zu existieren. Robert macht sein Ding echt gut, dafür dass Oli wirklich fast den gleichen Text hatte (so viel Varianz kann man bei den experiences auch nicht erwarten) und Christian springt nochmal für Maurice ein.

Endlich alles hinter uns gebracht. Mir werden noch ein paar Inderinnen vorgestellt, cool :D aber leider muss ich den Tee zwecks Magendynamik ablehnen. Wieder bemächtigt sich eine eigenartige Peristaltik des gleichen. Also macht endlich euer Foto und wir sind weg...

Naja wenn sie schonmal da sind, gehen Karan, Rahul und Tinto auch gleich mit. Kitti verschwindet auf dem 5 minütlichem Weg spurlos. Kann man nix machen, das Klo is jetzt eh wichtiger.

Karan und Rahul sind verdammt fürsorglich und kennen sich super mit der Verdauung, Essen und Gesundheit aus. Sie bringen uns nach kurzem Früchte und noch mehr Wasser.Robert und Christian wagen sich gemeinsam mit ihnen auf die Straße. Man weiß, es fehlt an irgendwas, so etwa wie nach dem Rausch, aber im Gegensatz dazu hilft hier nix wirklich und Essensgeruch ruft Brechreiz hervor. Außer bei Robert. Der stopft sich gleich mal 2 Sandwiches rein.

Herr Deinzer, kommt zur Visite, um life beim Fiebermessen dabei sein zu dürfen....Ausrede entpuppt sich als Wahrheit und wird akzeptiert. Vordergründig. Arndt, anscheinend auch Hobbymedi, glaubt fest an eine Täuschung.

Zur Zeit wird so ziemlich über Alles und Jeden gelästert, der gerade nicht im Raum ist. Wie schlecht doch dessen oder dessen Referat gewesen wäre. Und mal ehrlich Leute. Auch wenn ich nicht alle mitbekommen habe, waren wirklich einige geradezu eine Frechheit gegenüber den Indern und andere sollte sich lieber Kais Video anschauen, bevor sie sich das Zeug rausnehmen über die Englischkenntnisse anderer zu urteilen. Falls die Person dann natürlich doch noch dazu kam wurde sie herzlichst empfangen. Super, genau mein Ding solche Leute. Selber nix drauf, außer Zahnbelag, verunsichert und nix von Interesse vorweisen können, also mal lästern. Die Führungsriege meint inzwischen, auf Anraten unseres hoch qualifizierten, zertifizierten, ausgebildetem Schamanen, Zimmer 105 hätte „irgend nen Scheiß vom Straßenrand gefressen, die Chaoten“. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Und mit Krankheitsdiagnosen aus dem Mund eines medizinfernen Studenten (okay, Sani-Helfer), sollte man rein rechtlich in Deutschland glaube ich vorsichtig sein.Alles in allem zeigt sich doch durch so etwas hier ein super Team.Darunter findet man doch bestimmt gute Freunde/Teampartner. Wenn sogar Inder sich dazu mit„teachers pet“ äußern, will ich mich hier nicht weiter austoben.

Nun muss man aber auch sagen, dass das zum Glück nicht alle deutschen Studenten betrifft, aber wer sich angesprochen fühlt oder sich wieder erkennt, ja das bist du.

So nun ist es raus und es heißt, hoffen dass man mit nach Mysore kann. 5 Sterne Hotel oder sowas, jedenfalls mit Pool. Wooohoooo.....abwarten was die Free Time für uns bereit hält.


25.02.2010 - Slum & Village II

Nach erfolgreichen 5 Stunden Schlaf, stellen wir uns dem neuen Tag.

Früchstück: Proteinreiches (Gehalt je nach Größe der Ameisenkolonie) Toastbrot und lecker Marmelade (pro Löffel 6 Löffel Zucker inklusive). Gefolgt von...

Trekking/Hiking: Ab durch den nahgelegenen, Jahrealten Wald, dessen Flora und Fauna sich uns auf abstrakte Weise in Reih und Glied neben dem ausgetrockneten „Flussbett“ der letzten Flut präsentiert. Ziel: der örtliche Schutthügel, um den fantastischen Ausblick auf das Village und die Verkehranbinung von oben zu genießen. Überragender Nebeneffekt, ewiges Rumgelaufe in der Vormittags-, Mittags- und Nachmittagssonne inklusive Folgen.

Zur Erholung genoss die Gruppe ihre „Free Time“ zwischen Kuhmist und Ochsen-Badeanstalt. Teils Schattig, teils sonnig und mit zusätzlichen Wasservorräten in Aussicht. Also alles beim Besten. Ankunft der Wasservorräte: 3 ganze Flaschen für 19 Leute. Für westliche Bedürfnisse nichts, aber für Slumverhältnisse natürlich schon zu viel, eigentlich (Aber für die Kosten, bei 2 Wochen Indien, lässt sich auch die CU nicht lumpen)

Nun, nachdem der Dehydration durch drei ergiebige Schluck Wasser und stundenlangem Aufenthalt in der Mittagssonne entgegengewirkt wurde, wurden anscheinend inzwischen auch alle Kinder zusammengetrieben und wir konnten die Village-Schulen besichtigen. Eintreten, Tanz/Gesang betrachten und wieder ab. Fröhliche Kinder (darf man das über Village-Bewohner sagen?)

Da ja das, wie gesagt, nicht reichte, konnten wir uns, nicht ohne unseren verlausten Matratzen zurückzugeben, während der Rückfahrt doch noch auf den Besuch in einem noch ärmeren Slum freuen. „Die Armut im Visier“ wäre wohl ein passendes Thema für die beiden Tage. Im Slum angekommen stellen wir fest, dass wir hier schon den Tag zuvor waren und kommen uns etwas veralbert vor. Vielleicht wird es hier mal Zeit, die Gruppenführung in die Geheimnisse der Vorabinformation ein zu weihen. Aber nö, „macht ja nix“ und die Infos behalten wir auch einfach mal für uns. Ziemlich genervt bewegen wir uns mal wieder durch den gleichen Slum. Als ob hier innerhalb eines Tages lokal nochmal die Inflationsrate explodiert und die Kriminalität importiert worden wäre, tze.

Aber abwarten. Nach überqueren einer mysteriösen Brücke, die über einen vermüllten Kanal führt, gelangen wir endlich zu den lang ersehnten Wellblechhütten-Slums, welche wir bisher nur von außen betrachten durften. Endlich mitten drin in der Armut. Überall Müll (also noch n bisschen mehr als ausserhalb :P), Hunde, Kühe, Kinder, Menschen...Die Wellblechhütten heizen sich übrigens in der Sonne auf, kein Scheiss, wurde uns so vor Ort erklärt. Wer das und vieles mehr nicht weiß hatte vielleicht schon zu viel Zeit in einer ähnlichen verbracht.

Egal, Wir schauen uns noch das Büro des Slum-Ansässigen CU-Angehörigen (Die Orga nennt sich CSA) und deren Computer“cafe“ an. Es wird, wie überall sonst auch, von 6 jährigen Counterstrike gespielt :D .

Dankbar machen wir uns auf den Rückweg zum Bus. Der wo ist? Keine Ahnung, zumindest nicht da, aber is ja kein Ding und „macht ja nix“. Stehen wir halt n bisschen in der Sonne rum, wie sich das für nen Slum gehört. Impressionen über Impressionen.

Bus kam schliesslich, einsteigen, abfahren, ankommen, duschen, kurz schlafen.

Der Tag war ja noch lange nicht vorbei! So konnten wir unsere Free Time, anstatt sie mit unseren unsinnigen Vorstellungen zu verplämpern, endlich mal für das morgige Referat aufwenden. Tinto, Rahul und Karan waren zuverlässig zur Stelle. Auf Roberts und Christians Seite Tinto, auf der der anderen Beiden, die anderen Beiden.

Nach Besprechung der Vorhaben versprach Tinto das Referat weiter aus zu arbeiten. Coole Sache, da konnten sich Robert, Christian, Riggi und Maurice endlich mal Wasser, bzw. in Maurice` Fall auch noch Aggro-AfterSun-Lotion kaufen. Luxus in India. Aber is ja kein Urlaub sondern eine „durchgeplante“ Businessreise. Intercultural Communication? Naja hätte wir ganz gerne mal mit den CU-Studenten betrieben, aber ein Tag Slum hätte nicht gereicht und eine tägliche Zeitverschiebung der Planung um eine Stunde, auf Grund der Fähigkeit der Führung sich an Zeiten zu halten, „macht ja nix“, gestatteten das leider nicht wirklich. (toller Satz, ja, aber voller Emotionen ;) )

Irgendwann im Laufe des Abends, schafften wir es auch uns etwas zwischen die Kiemen zu schmeißen. Karan und Rahul nahmen uns mit in ein indisches, vegetarisches Restaurant. Ehrlich fabulöses Essen, traditionell aus Karans Heimat „Kalkota“. Glücklicherweise haben sie uns noch rein gelassen, nachdem wir doch etwas später dran waren. Projekt geht vor Lebenserhaltung.

Es geschah also nicht mehr viel, war ja auch nicht wirklich Zeit dafür, außer bettlägriges Durchdenken und weiteres Vorbereiten der 3 anstehenden Präsentationen. Laut Mr. „Ich-nehm-mir-nen-Abend-und-Tag-frei-für-Präsentationsvorbereitungen“ hatten wir ja mehr als genug Zeit...

Schließlich, Einschlafen. Gute Nacht.


Sonntag, 28. Februar 2010

24.02.2010 - Slum & Village I

Tagesanbruch:

Auf zum Frühstück. Das Thema Pünktlichkeit sollte ja nun inzwischen geklärt sein. Alles beim Alten. Pläne für den heutigen Tag: Besuch eines Slums und eines Villages mit erbärmlich ärmlichen Zuständen. Prinzipiell halten das auch alle für eine gute Idee. Sollte man halt mal gesehen haben. Da es dem anscheinenden Kopf hinter dem ganzen India-Gateway-Program (wie wir gelernt haben) zeittechnisch nicht möglich war, eine Präsentation unbekannten Themas fertig zu stellen, nahm man sich lieber mal proforma den Tag frei. Präsentation ohne jegliche Zeit fertig zu stellen scheint wohl eher studentisches Terrain zu sein.

Egal, ab zu den Slums. Hier zeigen sich uns bereits die ärmlichen Verhältnisse unter denen die Menschen hier leben und der Guide erklärt uns die Tätigkeiten der menschlichen Mülltrennungseinheiten, welche durch den Slum patrouillieren. Aber da die Slumbevölkerung noch das Glück hat in Betonhäusern zu wohnen, will natürlich ein jeder noch ärmere Verhältnisse sehen. Aber erstmal zurück zur CU um etwas zu essen.

Hier erfahren wir eine schier unmögliche Wandlung. Präsentationsvorbereitungen können innerhalb von einem Vormittag und vorausgehendem Abend fertiggestellt werden. Die Gruppe ist also wieder komplett. (Woohooo) Es kann sich also ein jeder auf den Weg zur Übernachtung im Village machen. Aber aufpassen!!! Diese heimtückischen Villagebewohner ziehen einen bei jeder sich bietenden Möglichkeit ab. Also, ja keine Wertgegenstände (MP3-Player etc) mitnehmen und unauffällig kleiden.

Gegen Nachmittag erreichen wir das Village. Begrüßung durch Tee. Begeisterung über dortige Zustände scheint sich schon jetzt in manch einem Gesicht nieder zu schlagen. Vielleicht hätte man doch lieber länger an der Präsentation gearbeitet?

Nach der Begrüßung wurden wir geschlossen in die abgedeckte Ladefläche eines alten Transporters verfrachtet. Nach verzweifelten Versuchen der Einschlaf- und Pünktlichkeitsgesellschaft sich den einzigen Sitzplatz neben dem Fahrer zu sichern, welcher vom Guide eingenommen wurde, konnte es dann federlos abgehen. Wir erreichten also eine Art Nachbarvillage in dem wir uns ausgiebig umschauen und deren Armut betrachten konnten. Kai konnte uns hier gut über die Ausbeutung der dort lebenden Bevölkerung durch „Landlords“, welchen das Land, welches diese bestellt, gehört.

Die Bevölkerung war etwas zurückhaltend. So würde sich wohl jeder verhalten wenn man wie Tiere im Zoo stundenlang beobachtet wird. Wir waren aber anscheinend nicht die ersten Armutstouristen. Nach einer kleinen Einlage der örtlichen Schule gegen 20-21Uhr -damit Daddy zuhause in Ruhe seine Frau verprügeln kann- und einer glamourösen Einlage der deutschen Begutachter („Marmor, Stein und Eisen bricht“) ging es zurück zum Übernachtungsort.

Dort angekommen bekamen wir unsere....Matratzen, welche wir in einem Village-üblichem Haus aneinander reihten. Leider passte hier nicht jede Matratze und somit auch nicht jeder Besucher hinein, also wurden ein paar ausgelagert. Schlauerweise wurde das Angebot des Guides, eine bekannte Art der Moskitovertreibung in Form eines schneckenförmigen Räucherstäbchens abgelehnt. Man griff also auf die altbewährte, strombenötigende Form zurück. Blöd nur, dass hier der Strom gegen 22Uhr ausgestellt wird. Ohne Ventilator, dafür aber mit immer mehr Besuchern, fiel nicht jedem das Schlafen leicht. Maurice gefiel es anscheinend. Nachdem allerdings Riggi, Robert und Christian feststellten, dass sie doch alle drei nicht schlafen können, begaben sie sich auf eine dreistündige Nachtwanderung, während der wir feststellten, dass der Strom ab 2Uhr wieder angestellt wird. Ungewöhnlich, aber wir machen weiter. Wir stellen fest, dass wir einfach mal jede Angabe über Vorbereitungen, Aussagen über Pünktlichkeit und Erwartungen ins Gegenteil kehren sollte. Wahrscheinlich hätte man den Strom sonst sogar durchgehend laufen lassen ( :P ). Tatsächlich war die Bevölkerung überaus freundlich. Die Kinder spielten und posierten für Fotos und liefen den Fremden voller Neugier hinterher. Und von den Erwachsenen ging genauso wenig Gefahr aus, wie von sich im Wind biegendem Gras.

Ab in die Hütte und endlich schlafen...voller Vorfreude auf noch mehr Armut.

So kündigte sich nämlich ein Besuch in einem noch ärmeren Village am nächsten Tag an. Ungeplant, aber wenn es noch ärmer geht, darf man sich das wohl nicht entgehen lassen.

Mittwoch, 24. Februar 2010

23.02.2010 - Bangalore ( AEGIS )

Heute morgen wurden wir von ein paar Schulbusen geweckt, die laut hupend mit Vollgas an unseren Zimmer mehrmals vorbei fuhren.
Frühstück von x(egal) bis 8:30Uhr. Beeinflusst durch die Vorbildfunktion der Organisationsleitung, begaben wir uns also punkt 8:30Uhr dort hin. Hat sich gelohnt. Der Zeitplan scheint heute wohl wieder nicht aufzugehen. Es ist 9 Uhr -Treffpunkt. Ebenfalls nach Vorbild der Stammesführer, ließen sich nun auch mal die Studenten etwas mehr Zeit. Halt einfach mal mitdenken, ne.
Wie dem auch sei, stellte sich dann doch noch ein jeder den christlichen Ausführungen unseres indischen Leih-Theologiedozenten. Wer hätte gedacht, dass die Missionierung hier so eingeschlagen hat. Aber in der Auflage findet man die Fans ja überall. Abwarten was aus Herr der Ringe in 1000 Jahren wird....
Naja jedem das, wie er glücklich wird.
Also, weiter im Thema. Haben uns dann durch das Theologiezentrum der Christ-University führen lassen. Typische Kirchenbänke, kein Jesus am Kreuz, weil der Fokus auf der Reinkarnation liegt und die Bücherei mit unendlich vielen Theologiebüchern.
....wer sich dafür interessiert, es gibt auch neben Studenten aus aller Welt, Studenten aus Japan in der Theologie.
Gefolgt wurde der Gang durch die sonnigen Alleen der CU von ein Vorlesung des gleichen Professors im Universitätseigenem Kühlschrank. Für Nachfolger, Schal ist auch in Indien nützlich. Jedenfalls wurde uns eingängig die Theorie aller Religionen vorgetragen. Wen‘s interessiert...“jfgi“ (Urban Dictionary please).
Wiedermal wurde dann unsere „Freetime“ durch die Projektvorbereitung ersetzt. „Kein Ding“, wer brauch schon Pausen....Studenten anscheinend nicht.
15:30Uhr: Briefing beanschlagt von Mr. Vedantan. Nachdem sich alle mit ihrem Projekt bemühten kam es hier zu geringfügigen Verzögerungen unter den Studenten. Das musste auch ein Dozent erschrocken feststellen, nachdem er sich um 15:45Uhr zu diesem bemühte. Für diese bodenlose Enttäuschung durch die Studenten blieb ihm auch nur ein müdes Kopfschütteln übrig... Das Briefing wurde innerhalb von 5 Minuten durchgezogen und ab zum Bus. Es waren inzwischen auch alle Studenten UND auch alle Mitglieder der „Over-my-Law“-Klasse eingetroffen.
16:00Uhr: Ab zum Bus...immernoch pünktlich. Wow, die Regentschaftsrechnung geht auf. Also über Schlaglöcher und Gerümpel hinweg gen Aegis-Callcenter. Wirklich super gestaltete und vorgetragene Präsentation von Josef B., Senior Manager (falls wir nicht irren). Leider, wie es zudem auch Josef auffiel, schien sich unsere gesamte Führungsriege nicht sonderlich für seine Ausführungen zu interessieren. Zugegeben, es war ein sehr sehr langer Vortrag. Das sollte aber dennoch kein Grund sein, als Repräsentant „von 80 Millionen“, vor dessen Nase, auf dem Stuhl die Fötusstellung einzunehmen, damit man es noch bequemer hat beim Schlafen. Also „EINFACH MAL MITDENKEN!!!“ und zusammenreißen. Auf weitere Fragen der Studenten im Anhang des Vortrags, konnte man sich natürlich auch nicht davon abhalten seine Langeweile Preis zu geben. Aber solange man Studenten was über Pünktlichkeit, Erscheinung und Auftreten erzählen kann passt ja alles....
Josef und seine Kollegen führten uns noch durch die Abteilungen, um Einblicke in die praktischen Ausführungen zu geben und weiter Fragen zu beantworten. Verständlicherweise nur die Low-Security-Abteilungen, u.a. AOL-Germany-Chat-Support. Lustige Sache.
Wir liessen uns noch von den Dozenten überreden vor Ort in einem der Hauseigenen Restaurants zu essen. Passender Weise wurde diesen das Essen auch früh genug serviert, dass diese einen Studenten, dessen Essen erst ganz am Schluss serviert wurde, noch auffordern konnten entweder schneller zu essen, oder sich das Essen doch einpacken zu lassen. Wiederrede? Nö. Dann macht man einfach mal auf Chef und sagt der Bedienung Bescheid.
Unser Busfahrer lies sich natürlich wieder nicht lumpen mit Vollgas über jeden Speedbumper und Schlagweg nur so hinweg zu fliegen. Also ein Hoch auf unseren Busfahrer...!!! Durch dessen Fahrkünste erreichten wir die CU um 12 Uhr.
Zeit genug unseren Blog auf den neusten Stand zu bringen und die Aussicht über den Dächern von Bangalore zu genießen. Nun aber gute Nacht.